DIE 2020 KRISE

Die Politik verweigert angemessene Ausfall-Unterstützung für selbstständige Freischaffende in der Kulturbranche

KÜNSTLER IN NOT! DIE FREIE KULTURSZENE IST BEDROHT!

WIR ORGANISIEREN UNS: Selbsthilfe-Fonds für solo-selbstständige Kulturschaffende






Mitglieder / UnterstützerInnen



Vielen Dank an unsere UnterstützerInnen !!


Klaus Mabel Aschenneller / Susanne Bachmann / Susanne Barow / Gert Bertram / Stefanie Bonse / Christof Buch / Stephan Bültel / Else Buschheuer / Zazie De Paris / Dirk Dirot / Matteo Matthias Fischer / FoMA Friends of Modern Acrobatics / Sebastian Herrmann / Ina Hildebrand (Lucievan Org) / Hannelore Hofmann / Kathrin Jachmann / Marie Juana Jimenez / Florian Jung / Chris Kiliano / Lena Köhn / Michael Korthaus / Laura La Risa / Mahide Lein / Uwe Mahrt / Irene Moessinger / Sabine Neunheuser / Karl Kristian Petersen / Kristina Pötter / Evelin Rabe / Arnulf Rating / Ulrike Rolf / Valerie Sealey / Petra Tobies / Jan Tilman Schade / Andreja Schneider / Alex + Birgit Schott / Kathrin Schreier / Gerit Schwanengel / Valerie Sealey / Anton Serkalow / Daniela Titze / Gero Ulbricht / Hans-Joachim Werner / Martin Van Bracht / Fabio Zimmermann




Infos zu unserem Anliegen findest du hier

KÜNSTLER IN NOT. Freie Kulturszene bedroht !


Die Initiative KÜNSTLER!HILFE!JETZT! wurde von einer Gruppe von Berliner Varietékünstler*innen, Artisten & Akrobaten ins Leben gerufen, nachdem im März 2020 als Folge der Corona Pandemie ein quasi ‚Arbeitsverbot’ alle Planungen für dieses Jahr zunichte machte. Bis auf ganz wenige Ausnahmen wurden alle Engagements für 2020 / 2021 abgesagt, Kulturschaffende aller Kunstformen verlieren den Boden unter den Füßen. Die Politik liefert keinen Ausblick für eine Zukunft der Branche; je länger die Aussichtslosigkeit andauert, umso stärker macht sich eine Depression in der Künstlerszene breit. Die freie Kulturszene ist bedroht!


Die 2020 Krise – Das Problem


Die Bundesregierung zeigt sich ignorant gegenüber den alltäglichen Nöten der Freischaffenden in der Corona-Krisenzeit. Wir wehren uns gegen diese Ungleichbehandlung! Für fast alle Wirtschaftszweige werden Corona-Konjunkturpakete realisiert, die solo-selbstständigen Kulturschaffenden werden von Kulturstaatsministerin Monika Grütters jedoch zur Grundsicherung an die Sozialämter verwiesen. Die Realität der teilweise jahrzehntelang erfolgreich selbständigen Künstler passt nicht in die Bürokratie der Ämter und Jobcenter, Bewilligungen kommen nur manchmal, zaghaft zustande. Man behandelt uns als Arbeitslose – dabei wurde uns unverschuldet die Existenzgrundlage und das Recht auf Arbeit entzogen!


WAS WIR TUN


Der Hilfsfonds KÜNSTLERHILFE Foundation e.V. versteht sich als Dach /Interessenverband für selbständige Kulturschaffende. Wir agieren als Anlaufstelle für Fragen und Hilfestellungen aller Art in der Krisen-Zeit > Beratung in Rechtsfragen, Hilfe bei Anträgen, finanzielle Hilfe und psychologische Betreuung. Wir sind auch aktiv als Künstleragentur, um Selbständigen in Not Arbeit zu verschaffen. Wir sind sehr wohl imstande, Corona-Maßnahmen-gerechte Programme zu inszenieren und Partner/Veranstalter für uns zu begeistern! Können wir Ihre Weihnachtsfeier organisieren ?


KUNST ist systemrelevant !


Kulturelle und künstlerische Bildung und Entwicklung trägt ganz wesentlich zum individuellen Wachstum und der Ausprägung sozialer Kompetenz bei, nicht nur bei Kindern und Jugendlichen. Ein künstlerisch geprägter „Horizont“ fördert Verständnis für kulturelle Unterschiede, Diversitäten und Gesellschafts-schichten, und unterstützt hassfreie Lebensentwürfe. Nur Vertrauen auf solidarische Hilfe kann jetzt noch der sich breit machenden Depression unter den KünstlerInnen die Stirn bieten. Die Politik versagt: sie beschließt zwei Jahre Kurzarbeitergeld für Arbeiter, aber nichts für kulturelle Arbeit!


KÜNSTLER HILFE JETZT konkret: Mitglied werden !


Ab sofort kannst Du Mitglied werden und mit dieser solidarischen Geste die Künstlerszene und Freischaffende im Kulturbetrieb supporten ! Das Anmeldeformular zur Mitgliedschaft findet ihr hier. Bitte verbreite die Information, wir sind auf die Unterstützung VIELER angewiesen. Lasst uns gemeinsam die Kunst- und KünstlerInnenszene Berlins am Leben erhalten ! DANKE für die Solidarität ! Rock your Life !


Forderungen KÜNSTLER HILFE JETZT


Am 9. August 2020 hatten wir die Forderung nach einem „sofortigen monatlichen ‚Existenzgeld’ solange wir nicht arbeiten können“ mit einer „Protest-Marsch“ Demonstration auf die Straße gebracht (Infos sh. ). Von der Bundesregierung forderten wir einen adäquaten "Unternehmerlohn" (Existenzgeld) für Künstler, solo-selbständige freiberufliche Einzelunternehmer, mit realistischen Voraussetzungen für Anträge von den Finanzämtern und nicht den Sozialbehörden. „Vermögen“ wie Lebensversicherungen, Sparguthaben, Wertanlagen und Immobilien muss geschützt bleiben! Ein künstlerisch-kreativer Lebensweg kann nicht einfach an- und ausgeknipst werden. Dennoch, viele Kulturarbeiter/innen kämpfen jetzt in „artfremden“ Jobs ums Überleben.









Freie Kulturschaffende unterstützen – werde Mitglied !


  • Wir vermitteln KünstlerInnen aller Sparten: Gage zzgl. Unterstützung an den Fonds
  • Beratung für Kulturschaffende / Hilfe bei Anträgen / Rechtsbeistand / u.ä.
  • Kein Mitglied werden, aber unterstützen? >> Direktspende Go Fund Me
  • (Fragen aller Art, Programm-Anfragen für Veranstaltungen)




Hilfe

ORIENTIERUNG durch den Förder-Dschungel
Informationen zu aktuellen NEUSTART KULTUR u.a. Corona Hilfsprogrammen


Die Ausschreibung „NEUSTART KULTUR Kulturelle u. soziokulturelle Programmarbeit“ über „Bundesverband Sozio Kultur“ https://www.soziokultur.de/foerderung/ war der erste eigene Antrag der Künstlerhilfe Foundation e.V. über eine Starthilfe für 6 Monate Aufbau-Arbeit der Initiative KünstlerHilfeJetzt. Wann über diesen Antrag entschieden wird, ist nicht herauszufinden :/


Wir empfehlen, die Möglichkeiten von Finanzhilfen zu nutzen. Nachfolgend haben wir für Euch Links gesammelt, aktuelle Hilfsprogramme. Wahrscheinlich gibt es noch weitere, Informationen darüber an office@kuenstlerhilfejetzt.org oder über das Kontaktformular sind willkommen! Danke im voraus!



ANTRÄGE:

Neustart Kultur #takecare

-für Vorhaben mit künstlerischer ergebnisoffener, produktionsunabhängiger Beschäftigung

-bis 1. Febr. 2021 kann neu beantragt werden für Zeitraum bis 30. Juni 2021

-mehr: https://www.fonds-daku.de/



NOVEMBERHILFE:

-für Soloselbständige bis 5000,-- Euro ohne Steuerberater als einmalige Kostenpauschale

-75% der Umsatzeinbußen

-Soloselbständige können Berechnungsmaß wählen: Nov. 2019 oder Jahresdurchschnitt 2019

-Antragstellung ab 25.11.20 hier möglich: www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de

-mehr: www.bundesfinanzministerium.de



ÜBERBRÜCKUNGSHILFE II:

-für Soloselbständige, kleine und mittelständische Unternehmen

-Antragszeitraum wurde verlängert bis 31.12.20 - rückwirkend nicht möglich !

-nur über Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer möglich

-nicht für Grundsicherung (hierfür Hartz IV)

-Antragstellung jetzt hier möglich: www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de

-mehr: www.bundesfinanzministerium.de

-oder: www.bmwi.de



ÜBERBRÜCKUNGSHILFE III:

-für Soloselbständige, kleine und mittelständische Unternehmen

-Antragstellung: ab Anfang Januar 2021

-Berechnungszeitraum: 01.01.2021- Juni 2021

-nur über Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer möglich

-für Soloselbständige pauschal 5000,-- Euro

-nicht für Grundsicherung (hierfür Hartz IV)

-falls anderweitig Geld verdient wurde, so wird das angerechnet

-Antragstellung hier möglich: www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de

-mehr: www.bundesfinanzministerium.de

-oder: www.bmwi.de



NEUSTARTHILFE:

Im Rahmen der Überbrückungshilfe III wurde eine spezielle Neustarthilfe für Solo-Selbständige vereinbart. Zusätzlich zur Erstattung von Fixkosten können Solo-Selbständige eine einmalige Betriebskostenpauschale von bis zu 5.000 Euro beantragen. Diese Unterstützungsmaßnahme richtet sich insbesondere an Solo-Selbständige, die nur geringe Fixkosten haben, aber dennoch hohe Umsatzeinbrüche erleiden. Bemessungsgrundlage sind 25 Prozent des Vergleichsumsatzes im Jahr 2019.

Der einmalige Betriebskostenzuschuss wird nicht auf die Grundsicherung angerechnet und wird, wenn die Antragsvoraussetzungen stimmen, als nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt. Voraussetzung ist, dass das Einkommen im Referenzzeitraum zu mindestens 51 Prozent aus selbständiger Tätigkeit erzielt wurde. Die Höhe der Betriebskostenpauschale richtet sich nach dem Umsatz und dem Verlust gegenüber dem Referenzzeitraum.


Mehr:

https://darstellende-kuenste.de/de/covid19-pandemie-news/3100-ausserordentliche-wirtschaftshilfe-erste-infos-online-2.html

Für die Neustarthilfe hat Ver.di eine Berechnungstabelle rausgebracht:

hier

Das ANTRAGSFORMULAR funktioniert über ELSTER, folgender Link:

hier

Der VGSD hat die NEUSTARTHILFE sehr gut erkärt - die Ergebnisse sind ernüchternd:

hier




KREATIV KULTUR BERLIN ist das Beratungszentrum für Kulturförderung / Anlaufstelle https://www.kreativkultur.berlin/de/


KOMPETENZZENTRUM für Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes fasst die Maßnahmen auf Bundesebene und auf Länderebene zusammen, plus Informationen von Verbänden https://kreativ-bund.de/corona


BERLINER SENATSVERWALTUNG FÜR KULTUR U EUROPA zeigt ihre Updates zur Kulturförderung auf ihrer Startseite: https://www.berlin.de/sen/kultur/foerderung/ Desweiteren z.B. Arbeitsstipendien: https://www.berlin.de/sen/kultur/foerderung/
foerderprogramme/bildende-kunst/artikel.59934.php


Auch auf Berliner bezirklicher Ebene werden Förderprogramme gefunden / es lohnt sich ! https://www.berlin.de/sen/kultur/kulturpolitik/
akteure/bezirke/artikel.31963.php

www.kulturfoerderpunkt-berlin.de/nc/foerderprogramme/berliner-kulturfoerderung/kulturaemter-der-bezirke/

Sehr gute Zusammenfassung der aktuellen Möglichkeiten mit weiteren Links www.creative-city-berlin.de/de/news/2020/10/19/corona-krise-hilfestellung-fur-kunstler-und-selbstandige-aus-der-kultur-und-kreativwirtschaft/


Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie präsentiert seine Förderprogramme hier https://www.foerderdatenbank.de/FDB/DE/
Foerderprogramme/foerderprogramme.html


Hier werden Beratung und Kurse zur Orientierung in der Förderlandschaft angeboten / auch für englischsprachige KulturarbeiterInnen: https://www.kulturfoerderpunkt-berlin.de/home/


Nach Wieder-Freischaltung könnt ihr am Programm #Draussenstadt dranbleiben. Viele hatten dafür Programme entworfen und eingereicht / Durchführung wurde wg. Corona-Fallzahlen „verschoben“. Bitte guckt, wann das Programm wieder aktiviert wird: https://draussenstadt.kulturprojekte.berlin/de/
home/


Landesverband Freie Darstellende Künste Berlin – Newsletter – großartige Zusammenfassung der aktuellen Situation, Hinweis auf ein neues InvestEU-Programm und lAFT BERLIN AKTUELL mit hilfreichen Angeboten und Details für Antragsstellungen https://archive.newsletter2go.com/?n2g=grxshxbr-5lf0un37-qcu

Gute Argumente formuliert: Artikel im Feuilleton der Neue Zürcher Zeitung vom 31.10.2020 https://www.nzz.ch/feuilleton/ausgeknipst-solange-die-kultur-der-erbauung-und-der-wertschoepfung-dient-darf-sie-spielen-sobald-es-ernst-wird-hat-sie-zu-schweigen-ld.1584227?mktcid=smsh&mktcval=E-mail




Der eingetragene Verein KÜNSTLERHILFE Foundation kann nur erfolgreich sein, wenn viele Hand, Kopf und Herz anlegen. „Mitglied werden - im Selbsthilfe Fonds“ ist die Message. Please spread !
Tretet bei ! Rock your Life ! open your pocket !










NEWS




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FOUNDATION



Aus Not geboren


In der Corona-Krise wurde die Vereinzelung der solo-selbständigen KünstlerInnen und anderen Kulturschaffenden deutlich. Es fehlt ein Dachverband, eine Interessenvertretung, eine Lobby - und nichtzuletzt fehlen die notwendigen finanziellen Hilfen. Die Politik fördert nur Mainstream, deshalb wurde am 6. Okt. 2020 der Verein KÜNSTLERHILFE Foundation e.V. gegründet. Unsere Vorhaben sind in der –> Presseinformation beschrieben.


Presseinformationen


Pressemitteilung 2 - 24.11.2020
Pressemitteilung 1 - 23.10.2020


Kontaktdaten


KÜNSTLERHILFE Foundation e.V.
Geschäftsstelle
c/o Klaus Mabel Aschenneller
Else-Lasker-Schüler-Str. 7
10783 Berlin

Telefon: 030 215 74 30
Mobil: 0151 6710 1478
Email: office@kuenstlerhilfejetzt.org


Satzung KÜNSTLERHILFE Foundation e.V.


Download Satzung
Download Gründungsprotokoll








Acht Gründungsmitglieder stellen sich vor >>



Mahide Lein, 71 Kulturvermittlerin, Salonière, Veranstaltungs-Management, Konzert-AgenturAHOI

Mahide trägt bei zur ersehnten Weltoffenheit Berlins und verbindet über 300 Künstler*innen aus aller Welt – in alle Welten mit allen Kunstrichtungen, Kulturen, Altersstufen und Lebensstilen dieses Planeten.
Die Studentenbewegung der 68er in Frankfurt am Main machte sie zur Feministin.
Mit weltweitem Engagement zu Menschenrechtsthemen produzierte sie zahlreiche Festivals und multikulturelle Veranstaltungsreihen mit Stars & Sternchen - eine Brücke zwischen Kunst, Kultur, sozialem Engagement und grenzüberschreitenden Themen bei angenehmer Balance zwischen Publikum & Bühne, die alle Sinne ansprechen – zur Erhaltung der Lebensfreude!
Berlin Music Ambassador 2020, Berlin Music Commission Kuratorium, Mitglied bei Profolk, LGBTTQI-Aktivistin, u.v.m.
Lena Köhn, 40, Diabolo-Jongleurin

„Als die Corona-Krise begann, war ich gerade auf einer längeren Tournee. Ich war erschöpft und freute mich über eine Pause - allerdings hätte niemand geglaubt, dass daraus eine so lange Unterbrechung wird. Nun sind alle Aufträge weggeplatzt, teilweise bis Ende 2021. Es kommen keine Anfragen mehr, keine Mails. Es ist frustrierend. Und: Auch viele Engagements, auf die man sich sehr gefreut hat, sind weg. Wir sollen nun neue Projekte entwickeln - aber mit welcher Kraft, welcher Energie, welchem Geld? Auch psychologisch ist die jetzige Situation schwierig. Ich hätte gerne mal wieder ein Erfolgserlebnis. Ich bin froh, dass ich ein stabiles soziales Netz habe und dort aufgefangen werde. Aber das hat nicht jeder.“
Martin Van Bracht, 60plus, Inkarnation einer Sonnenblume & Akrobat

Cool, dass wir freischaffenden Künstler/innen es endlich geschafft haben, ein kleines Pflänzchen eines gemeinsamen Netzwerkes der Unterstützung untereinander hinzukriegen. Uff, geschafft! Eines ist wohl klar: aus schwierigen Umständen ziehen wir uns nur selbst heraus! Juchee! Künstlerinnen helfen Künstlern! Seit 38 Jahren als Akrobat im Rampenlicht, Mit-Erfinder des Cirque Nouveau, leitet seit mehr als 10 Jahren das Ensemble Die Artistokraten und ist ebenso lange Künstlerischer Leiter des „Weihnachtszauber“ am Gendarmenmarkt.
www.artistokraten.de
Fabio Zimmermann, 31, Jongleur und Akrobat

„Am Anfang des Lockdowns habe ich alles etwas heruntergespielt. Ich dachte: Als Selbstständiger bin ich daran gewöhnt, dass man auch mal eine Pause hat. Den ersten Monat habe ich deshalb genossen. Aber dann war der Drang, zu trainieren und aufzutreten, wieder da. 2020 sollte für mich das goldene Jahr werden. Ich wollte im Stil der 20er- Jahre auftreten, habe viel in Website, Kostüme, Requisiten investiert. Corona hat mir da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Soforthilfe ist aufgebraucht, nun bekomme ich Hartz IV. Ich merke auch bei vielen Kollegen, dass die Ängste vor der Zukunft sehr groß sind. Ein enger Kollege von mir hat sich in der Zeit das Leben genommen. Es ist eine Zeit der Extreme.“
Petra Tobies, 52 „Kunst + Kultur sind Lebensmittel !“

  • selbständige Luftartistin der SOL´AIR COMPANY
  • Gründerin der „OPEN STAGE“ im Pfefferberg/ Berlin
  • Mitglied im BUZZ und BuTiöR
  • Aktivistin
Seit nunmehr 30 Jahren lässt Petra Tobies sich für´s Rumhängen bezahlen ;-) Zwischen den Auftritten bleibt Zeit für ihre Clownsfortbildung und politische Aktionen wie Luftartistik zur Baggerbesetzung im Hambacher Forst, Schienenbesetzung der RWE uvm…

Im April 2018 hat sie die Open Stage ins Leben gerufen, die jungen + experimentierfreudigen KünstlerInnen alle 2 Monate die Gelegenheit gibt, ihre Kurzstücke zu zeigen. Ihr Hauptaugenmerk liegt hierbei auf zirzensische Showacts, die nicht in das Mainstream-Format eines Varieté-Theaters passen, die aber unbedingt sichtbar gemacht werden müssen. „Wie sehr ist unser eigenes Leistungsdenken indoktriniert von dem der kapitalistischen Gesellschaft mit seinen Rollenbildern und dem Schönheitswahn, wo wir doch Teil dieser Gesellschaft sind? Beim Entwickeln einer Performance unter diesen Gesichtspunkten begegnet man sich selbst mit all seinen Abgründen wie Eitelkeit, Geltungsdrang und Selbstzweifel.
Wir dürfen nicht aufhören, Fragen zu stellen - gerade jetzt nicht !“

www.sol-air.org
Matthias Fischer, 51, Als selbständiger Artist des Duo's www.collins-brother.net tätig


Als das Duo Collins Brüder bespiele Ich mit meinem Partner seit 35 Jahren die ganze Welt. Dies bereichert mein Leben durch die Erfahrungen vieler Kulturen im Austausch mit so vielen beindruckenden Menschen. Umgekehrt haben auch wir mit unserer Comedy viele Zuschauer weltweit mit unseren Vorstellungen und Ansichten der Welt bereichert.
Daher folge ich meiner unumstößlichen Überzeugung: Kultur ist Systemrelevant!
Genau deshalb muss sie erhalten bleiben.
Laura la Risa, Flamencotänzerin und Einzelunternehmerin mit dem compás Studio&Location in den Höfen am Südstern

Laura la Risa, Flamencotänzerin und Choreografin
  • Gründerin des gemeinnützigen Vereins la Vasca Flamenca e.V.
  • Gründerin und Leiterin des a compás Studio&Location Berlin
  • Leiterin der Tanzschritte für Menschen mit geistigen und psychischen Behinderungen

Laura ist seit den 80er Jahren eine Größe der freien Berliner Kulturszene. Ungezählte Auftritte in Revuen, Multikulturellen Bands, Freilichtkonzerten und Festivals haben sie international bekannt gemacht.
Beim Karneval der Kulturen Berlin wirkte sie von Beginn an 1995 mit, bei den Umzügen, auf den Bühnen, mit Hoffesten und in der Jury. Seither setzt sie sich mit ihrer künstlerischen pädagogischen Arbeit besonders für benachteiligte Menschen ein.

Klaus Mabel Aschenneller, 69, Künstleragent, Veranstalter, Activist

Meine Sturm- und Drangzeit in den 70er Jahren war gekennzeichnet vom Aufbruch alternativer Lebensentwürfe, wir gründeten die 1. Männergruppe Deutschlands .. und um uns herum wuchsen alternative Kulturprojekte wie Tempodrom, ufa-Fabrik, BKA Theater, jede Menge Off-Kinos und bald das „unique“ Nachtleben von Berlin, die Loveparade usw ... Diese neuen "alternativen" Kultur-formen prägten in der Folge das Bild und Ansehen von Berlin. Berlin war stolz auf die quirlige diverse hochaktiv-inventive und risikofreudige Kulturszene „von unten“, die pausenlos immer mehr Besucher und Neuberliner in die Stadt brachte. Mit der 2020 Krise scheint nun das alles keinen Wert mehr zu haben: die Politik lässt die solo-selbständigen KulturarbeiterInnen im Regen stehen, auch wenn sie anderes behauptet! Es kann nicht sein, dass wir Aufklärung leisten müssen darüber, dass Kunst + Kultur Systemrelevanz haben.